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Wasabi-Ballade – die Daio-Wasabi-Farm in Azumino

Die nächste Station von Matsumoto aus ist Hotaka – Zeit auszusteigen! Kurz darauf stehen wir etwas verblüfft auf einem sonnigen Platz vor dem Bahnhof. Die Leihfahrräder auf der anderen Straßenseite scheinen uns bereits entgegenzulächeln. Der Fahrradverleiher weiß, weshalb wir kommen, und die Karte zur Daio-Wasabi-Farm liegt schon für uns bereit.

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Dimsummer Christel berichtet über ihre Tour gemeinsam mit Bas (Foodies Magazine) zu den Wasabifeldern Japans. Möchten Sie während Ihrer Rundreise durch Japan selbst nach Azumino reisen? Dann sehen Sie sich diesen Baustein an: Wasabi in Japan.

Neugierig auf Bas’ Artikel über Wasabi? Lesen Sie hier seinen Artikel über Wasabi.

Im Tal, umgeben von den Japanischen Alpen

Mit dem Fahrrad durch die sonnenüberfluteten grünen Reisfelder zu fahren und am Horizont in der Ferne die Konturen der Japanischen Alpen zu sehen, ist ein wahres Vergnügen. Fast finde ich es schade, dass wir bereits nach einer Viertelstunde unser heutiges Ziel vor uns sehen. Zum Glück entdecken wir am Eingang eine begeistert winkende Dame mit einem großen Schild mit der Aufschrift „BAS-Dimsum“, und meine kleine Enttäuschung weicht schnell der Neugier. Wir sind bei einer der größten Wasabi-Farmen Japans angekommen. Ich bin sehr gespannt, was es hier zu sehen und zu erfahren gibt.

Im fließenden Wasser

Die Wasabifelder liegen wunderschön da. Leuchtendes Grün unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten weißen Wolken. Wir können die nierenförmigen Blätter der Wasabipflanzen gut erkennen. Sie stehen im Wasser, und schon bald erfahren wir, dass es sich sogar um fließendes Wasser handelt, denn darin gedeiht Wasabi japonica besonders gut. Schnell stellen wir fest, dass der Anbau von Wasabi kein leichtes Unterfangen ist.

Erstens wächst Wasabi in fließendem Wasser.
Es dauert anderthalb Jahre, bis man an der Pflanze eine einigermaßen ausgewachsene Wasabiwurzel herangezogen hat. Direktes Sonnenlicht vertragen die Pflanzen nicht besonders gut. Deshalb sehen wir Menschen im Wasser stehen, die schwarze Tücher über die Pflanzen ziehen. So wird die Pflanze vor der intensiven Sonne geschützt. Der richtige pH-Wert, die passende Luftfeuchtigkeit, das richtige gefilterte Quellwasser und eine konstante Temperatur des fließenden Wassers – all diese Faktoren sind entscheidend für den Erfolg. Nach zweimaligem Umpflanzen ist die Pflanze schließlich ausgewachsen. Puh, das ist wirklich eine Menge Arbeit. Dafür erhält man echten frischen Wasabi: eine hellgrüne Wurzel. In Europa wird er auch als japanischer Meerrettich bezeichnet.

Miyako, unser Guide, erzählt uns in makellosem Englisch alles über die Daio-Farm, die wunderschöne Umgebung von Nagano sowie über das Gedeihen und die Herausforderungen der Wasabipflanze. Außerdem berichtet sie unterhaltsame Geschichten über kleine Höhlen, tiefe Felsklüfte und heilige Steine, die von einem Shinto-Seil aus Reishalmen umgeben sind. Daran ist eindeutig zu erkennen, dass es sich um eine verehrte lokale Gottheit handelt. Was für ein herrlicher Vormittag! Der strahlend blaue Himmel und der wunderbare Sonnenschein tun ihr Übriges.

Auf zum Mittagessen

Inzwischen beginnt unser Magen zu knurren. Dürfen wir jetzt endlich Soba mit … frischem Wasabi probieren? Dieses Geschenk hatte Miyako uns schon von Beginn unserer Begegnung an in Aussicht gestellt. Erst ging es zu den Wasabifeldern, und nun ist es Zeit, unsere neugierigen Geschmacksknospen zu verwöhnen.

Der Pavillon, in dem das Soba-Mittagessen serviert wird, ist brechend voll. Eine beachtliche Schlange wartet darauf, ebenfalls den Wasabi probieren zu können. Uns ist ein wenig unangenehm, dass wir uns nicht anstellen müssen. Mit gesenktem Kopf trotten wir hinter Miyako her, die uns geschickt hineinlotst und an einen Tisch am Fenster setzt.

Wir entscheiden uns für frisches Soba, für das Matsumoto bekannt ist, und warten anschließend etwas ungeduldig auf den Auftritt des königlichen Wasabis. Und da ist er auch schon. Endlich. Auf einem kleinen Handreibebrett thront er. Das Reibebrett besteht nicht aus Haifischhaut, worauf ich insgeheim gehofft hatte, aber nun ja, man kann nicht alles haben. Diese niedliche Ausführung aus Metall erfüllt ihren Zweck jedenfalls mehr als gut.

Frischer und intensiver

Vorsichtig reibe ich die Wurzel über den Reis und die Soba. Ich muss kräftig drücken, denn der Wasabi ist sehr fest und gibt kaum nach. Ein wunderbar frischer, leichter Senfduft steigt mir in die Nase. Und dann ist der Moment, auf den ich so lange gewartet habe, endlich da.

Meinen ersten Bissen frischen Wasabi in meinem Leben nehme ich mit geschlossenen Augen. Mmmmm, leeeecker. Er schmeckt viel frischer als der Wasabi aus Pulver oder der Wasabi aus der Tube, den ich bisher gegessen habe. Frischer und zugleich intensiver im Geschmack. Er steigt mir kräftig in die Nase, aber auf angenehme Weise.

Wasabi-Eis zum Nachtisch

Diesen unvergesslichen Geschmack nehme ich mit nach Hause. Frischen Wasabi darf ich heute leider nicht mitnehmen, außerdem darf man ihn ohnehin nicht einfach in die Niederlande einführen. Umso mehr schätze ich diese frisch zubereitete Erinnerung. Und zum Trost, dass ich den frischen Wasabi nicht mit nach Hause nehmen kann, kaufe ich mir zum Nachtisch eine riesige Waffel Wasabi-Eis mit – jawohl – einem großzügigen Klecks frischem Wasabi obendrauf. Was für ein Erlebnis!

Christel schrieb diesen Blog während ihrer Japanreise mit Bas vom Foodies Magazine. Möchten Sie auch an dieser kulinarischen Reise teilnehmen?

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