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Suigei-Sake – Der betrunkene Wal

Der dunkle Fluken eines Wals ist als Logo auf dem großen grauen Gebäude zu sehen, dessen klare Linien sofort ins Auge fallen.

In diesem nüchternen, grauen Bau geschieht es: Hier entfaltet der „Betrunkene Wal“ – denn genau das bedeutet Suigei wörtlich – seine Magie in Fässern und Flaschen. So gemütlich und einladend der Name dieses preisgekrönten Sake aus Kochi klingt, so klar und modern wirkt das Gebäude selbst. Der Name geht auf einen feudalen Landherrn aus vergangenen Zeiten zurück, der sich den Beinamen „betrunkener Herr in einem Meer von Walen“ gab. Was davon geblieben ist, lebt heute im Namen weiter: der Betrunkene Wal.

Strenges Marketing

Auch die Bar der Brauerei, in der wir verschiedene Sake des Hauses verkosten dürfen, steht dem klaren Design des Gebäudes in nichts nach. Das Gesamtkonzept ist hervorragend gestaltet – das lässt sich nicht anders sagen. Eine eindrucksvolle Video-Loop auf einer der gigantisch hohen Wände zeigt immer wieder dasselbe Bild: wie der Tōji, der Sake-Meister Makoto Myōjin, einen renommierten Preis entgegennimmt.

Suigei-Sake wird seit 1872 aus dem weichen Wasser des Kawagawa-Flusses, aus bestem Reis aus allen Regionen Japans sowie aus Kōji (einem Schimmelpilz, der den Fermentationsprozess in Gang setzt) gebraut. Das Ergebnis ist ein trockener Sake, reich an Umami, der am hinteren Teil der Zunge angenehm lange nachklingt. Die verschiedenen Sake aus dem Jahr 2024, die ich verkoste, überzeugen ausnahmslos mit einem feinen Geschmacksbild und einer leichten Bitterkeit im Abgang – eine perfekte Begleitung zu Katsuo no Tataki (gegrillter Bonito), für den die Region Kochi ebenfalls berühmt ist.

Der Tiger von Aki

Obwohl Suigei eine der bekanntesten der 19 Sake-Brauereien in Kochi ist, ist es nicht mein Favorit. Mein Herz schlägt höher bei der kleineren, traditioneller wirkenden Brauerei Akitora – dem „Tiger von Aki“.

Die Brauerei ist nach einem Kriegsfürsten aus früheren Zeiten benannt, dessen klangvoller Name Aki Kunitora später zu Aki Tora wurde. „Tora“ bedeutet Tiger, und „Aki“ steht für die mächtige Familie, die in vergangenen Zeiten lange Bestand hatte und später der Region ihren Namen gab. Die heutige Brauerei wurde 1903 gegründet. Der Gründer war ein Jugendfreund von niemand Geringerem als dem Gründer von Mitsubishi – dessen Geburtsort ebenfalls Aki ist – der ihm finanzielle Unterstützung gab, um die Brauerei zu starten.

Altes Holz und weiße Krustenlage

Die Brauerei befindet sich in einem alten Holzgebäude mit den wunderschönen, geschwungenen Balken, wie man sie oft auf dem japanischen Land sieht. Dieser gebogene Hauptbalken stützt das Dach und verteilt die Last, ähnlich wie ein romanischer Bogen in unseren europäischen Kirchen.

Die großen Fässer sind zwar nicht mehr aus Holz, sondern aus Plastik und Eisen, aber der Brauprozess läuft noch genauso ab wie vor hundert Jahren. Der Meister experimentiert jedoch fleißig mit verschiedenen Reissorten, Kōji, Gärzeiten und Poliergraden. Er ist eindeutig ein kreativer Draufgänger. Neugierig gehe ich an den Fässern entlang und darf sogar über eine Leiter in die Behälter hineinschauen, wo eine dicke, breiige Masse gärt. Auf dem Sud liegt eine dicke weiße Krustenlage, die an einigen Stellen Risse zeigt, und es riecht leicht süßlich mit einem prickelnden Unterton.

Umami im Sake

Nach der Führung durch die Brauerei dürfen wir endlich das Ergebnis verkosten – und wow, diese Verkostung ist wirklich ein echtes Fest. Wir probieren Sake mit verschiedenen Poliergraden des Reises aus Flaschen mit durchweg fröhlichen Etiketten. Je höher die Prozentzahl auf der Flasche, desto weniger poliert, desto „roher“ der Geschmack. Und genau diesen rohen Geschmack mag ich! Also her mit dem Sake mit 80 % auf dem Etikett – also Reis, bei dem bis zu 20 % weggepoliert wurden.

Alle anderen Sake, die wir probieren, gefallen mir wirklich sehr gut. Nicht zu trocken, auf keinen Fall süß, sondern mit einem tiefen, runden Geschmack, der angenehm lange nachklingt, ohne bitter zu sein. Mit diesem Akitora verstehe ich zum ersten Mal das Konzept von Umami im Sake. Wow! Also auf jeden Fall eine Flasche mit ins Gepäck!

Geschrieben in Kochi, Japan, Oktober 2025 von unsere Kollegin Christel van Bree

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