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Jiuzhaigou-Nationalpark

Nachdem ich einmal in China gewesen war, dachte ich mir: Ja, ich will zurück! Die Annehmlichkeiten der Hochgeschwindigkeitszüge, das fantastische Essen, das ständige Treiben; es gibt immer etwas zu sehen und jede Region hat etwas völlig anderes zu bieten. Auf meiner letzten Reise habe ich mich daher verstärkt auf das tibetische Hochland im Nordwesten Chinas mit den Provinzen Gansu und Sichuan konzentriert.

Wenn man im Herbst im Norden von Sichuan unterwegs ist, darf man die Naturschönheit des Jiuzhaigou-Nationalparks natürlich nicht verpassen. Stellen Sie sich die herbstliche Farbenpracht aus roten, gelben und orangefarbenen Blättern vor, die auf das leuchtende Blau der verschiedenen Seen trifft. Wirklich wunderschön!

Der Jiuzhaigou-Nationalpark ist eines der bekanntesten Naturgebiete Chinas. Hier wandert man durch Wälder, vorbei an Seen in den unterschiedlichsten Blautönen und an Wasserfällen, die stufenförmig in die Tiefe stürzen. Seinen Namen verdankt der Park den neun tibetischen Dörfern im Tal, die noch immer Teil der Landschaft sind und während des Besuchs besichtigt werden können.

Jiuzhaigou ist etwas für Frühaufsteher (und das meine ich ernst)

Ein Besuch im Jiuzhaigou-Nationalpark beginnt extrem früh. Mein Wecker klingelte bereits gegen Viertel nach sechs Uhr morgens. Denn wer dem großen Ansturm einigermaßen entgehen möchte, sollte vorzugsweise schon zur Parkeröffnung um halb acht am Eingang stehen.

Schon beim Frühstück wird klar: Jeder hat denselben Plan. Bereits vor sieben Uhr stehe ich in der Schlange für meine morgendlichen Nudeln und Baozi. Das sind gedämpfte Teigtaschen aus einem luftigen Hefeteig, die oft mit herzhaften Zutaten gefüllt sind.

In nur 15 Minuten spaziere ich von meinem Hotel zum Parkeingang. Um halb acht stehe ich schließlich parat: Rucksack auf dem Rücken, Kamera in der Hand. Und siehe da, mit mir haben hunderte andere Menschen genau die gleiche Idee, pünktlich um halb acht am Eingang zu sein.

Tipp: Besorgen Sie sich bereits am Vorabend etwas Obst und Snacks für den Parkbesuch. Viele lokale Händler verkaufen ihr frisches Obst direkt an der Straße.

Straff organisiertes Bussystem

Die Schlange ist lang. Beeindruckend lang. Es fühlt sich kurzzeitig so an, als käme ich auf einem kleinen Festival an. Ich lasse mich einfach vom Strom mitreißen, viel Eigenregie hat man hier in diesem Moment nicht. Aber Hand aufs Herz: Der Herbst ist nun mal die Zeit für einen Besuch in Jiuzhaigou, also gehört das einfach dazu.

In straff organisierten Reihen rücke ich schneller als erwartet in Richtung der Busse vor. Das Warteschlangensystem in China ist eigentlich immer hervorragend durchdacht. Mit Shuttlebussen wird man tief in den Park hineingefahren. Der Jiuzhaigou-Nationalpark ist wie ein Y aufgebaut. Die Busse befahren zwei Routen: Entweder bringen sie einen ganz nach rechts oben zum Virgin Forest oder nach links oben zum Long Lake.

Unterwegs werden die verschiedenen Seen ausgerufen und man erhält eine kurze Erklärung zum jeweiligen See oder Wasserfall, tatsächlich sogar auf Englisch. Man kann zwischendurch aussteigen, aber ich hatte meinen Plan schon geschmiedet: Erst ganz nach oben fahren und von dort aus See für See und Wasserfall für Wasserfall zurücklaufen oder mit dem Shuttlebus in Richtung Ausgang fahren. So erkunde ich den Park von oben nach unten; das erspart mir das Bergaufwandern, da es nur noch bergab geht.

Kanadische Landschaften in China?

Während ich wandere und zwischendurch die Shuttlebusse nutze, besuche ich verschiedene Seen, Wasserfälle und Aussichtspunkte. Ich muss ehrlich sagen: Das sind bisher die schönsten Ausblicke, die ich auf all meinen Reisen gesehen habe. Die Landschaft wirkt manchmal so perfekt, dass sie fast unwirklich erscheint, als wäre sie von Hand gemalt.

Es hat mich an die Landschaften erinnert, die ich aus Kanada kenne, aber an einem Ort, an dem ich dies absolut nicht erwartet hätte. Und genau das macht China für mich so überraschend: Ich muss mein Bild von diesem Land immer wieder aufs Neue korrigieren.

Das klare Wetter mit der strahlenden Sonne und die enorme Vielfalt an Herbstfarben lassen die prächtigen Landschaften noch besser zur Geltung kommen. Das Wasser der Seen wechselt zwischen Tiefblau, Türkis und Smaragdgrün und sorgt für Anblicke, die ich auf Fotos eigentlich gar nicht richtig einfangen konnte.

Trubel vs. Ruhe

An den bekannten Spots ist es voll, daraus mache ich keinen Hehl. Jeder möchte hier sein, und das kann ich vollkommen verstehen. Ich habe dort auch ganz bewusst das Chaos fotografisch festgehalten, weil es nun mal zu Jiuzhaigou dazugehört. Aber was mir wirklich in Erinnerung geblieben ist, war der Moment, als ich eine andere Route einschlug. Hinter einem der Seen, Richtung Nashorn-See (Rhino Lake), verschwanden die Massen fast schlagartig. Plötzlich wanderte ich allein, das Wasser neben mir und der Wald um mich herum. Der Kontrast hätte kaum größer sein können.

Jiuzhaigou ist kein Park, den man mal „eben schnell“ besucht. Es ist ein ausgefüllter, aktiver Tag mit ordentlich Kilometern in den Beinen und mehr Stufen, als man vorab einschätzt. Aber als ich am späten Nachmittag zurück zu meinem Hotel laufe, mit einem Kopf voller Bilder, die sich fast unwirklich anfühlen, weiß ich, dass es die Anstrengung wert war. Eine warme Mahlzeit, früh ab unter die Decke und all das Erlebte Revue passieren lassen.

Und dann am nächsten Tag schon wieder voller Vorfreude starten: auf zum nächsten Ziel!

Ein Besuch in Jiuzhaigou lässt sich hervorragend mit Chengdu kombinieren oder, wie in meinem Fall, mit einer Reise durch das tibetische Hochland.

Dieser Blog wurde von unserer China-Reiseexpertin Vera verfasst.

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