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Ein Abend voller Snacks auf dem Raohe Night Market in Taipeh

Im November habe ich meine erste Reise nach Taiwan gemacht. Auf Einladung der Taiwan Tourism Administration & China Airlines flog ich mit einem entspannten Direktflug nach Taiwan. Hier habe ich eine kurze Reise entlang der Westküste Taiwans unternommen.

Wenn man in Taipeh ist, kommt man eigentlich nicht umhin, mindestens einen der berühmten Streetfood-Nachtmärkte in Taipeh zu besuchen. Der bekannteste Nachtmarkt ist der Shilin Night Market, den sowohl Touristen als auch viele Einheimische besuchen, um etwas zu essen.

Ich selbst besuche den Raohe Night Market im Osten der Stadt. Der Raohe Night Market zählt sage und schreibe sechs Essensstände mit Michelin-Empfehlungen. Gelegen an den Ufern des Keelung-Flusses ist dieser Markt eine tolle Alternative zum bekannteren Shilin Night Market. Es ist der älteste Nachtmarkt und definitiv einen Besuch wert. Der Markt ist groß, aber dennoch recht kompakt, traditionell und gleichzeitig überraschend hip mit modernen Snacks.

Das typisch taiwanesische Getränk: Bubble-Tee

Mit meinem Bubble-Tee in der Hand betrete ich beim Cihou-Tempel den Markt.

Bubble-Tee ist das taiwanesische Nationalgetränk. Das mittlerweile weltberühmte Getränk entstand in den 1980er Jahren auf der Insel. Die Basis bildet Tee, der mit Milch oder Eis gemischt wird, um einen cremigen und dennoch erfrischenden Geschmack zu erzielen. Am Boden des Glases liegen weiche Tapiokakügelchen, die man beim Trinken und Essen durch die breiten Strohhalme mitnimmt. Diese „Bubbles“ werden aus Tapiokamehl hergestellt, das aus der Maniokwurzel gewonnen wird, und verleihen dem Getränk seine charakteristische Konsistenz. Erst muss man sich daran gewöhnen, aber danach ist es köstlich!

Was einst eine lokale Entdeckung war, ist mittlerweile ein weltweites Phänomen. Sie werden sicher feststellen, dass auch in Europa die Bubble-Teestuben wie Pilze aus dem Boden schießen.

Sind die berühmten Pfefferbrötchen wirklich so lecker?

Es ist bald Essenszeit, mein Magen knurrt also schon, also her mit den Snacks! Mein erster Halt: das berühmte Pepper Bun. Wenn man in Taipeh nach Streetfood sucht, stößt man schnell auf diese Brötchen.

Diese Brötchen sind gefüllt mit gewürztem Schweinefleisch, Frühlingszwiebeln und einer ordentlichen Portion schwarzem Pfeffer. Sie werden in traditionellen zylinderförmigen Öfen gebacken, der Teig wird an die Wand geklebt und gart bei Temperaturen zwischen 200 und 300 Grad. Kurz darauf kommen die Brötchen glühend heiß heraus, werden in eine Tüte gepackt und sind sofort essfertig.

Ich wechsle das Brötchen von einer Hand in die andere, bevor ich einen Bissen nehme. Dampf steigt auf. Mit halb geöffnetem Mund atme ich Luft ein, um es etwas abkühlen zu lassen. Aber ist das gut! Außen knusprig, innen saftig und würzig und vor allem sehr heiß. Das ist so ein Brötchen, das man schnell zwischendurch als Mittagessen, Snack oder Aperitif isst, obwohl ich finde, dass es in Kombination mit dem Bubble-Tee überraschend schnell satt macht!

Los, weiter zum nächsten Stand. Ich schlendere an Ständen mit Schüsseln voller Tapiokakugeln vorbei, sehe Flammen aufschießen, während Fisch angebraten wird, und höre das rhythmische Zischen der Wokpfannen, die gekonnt geschüttelt werden.

 

Der gefürchtete Stinky Tofu

Hin und wieder strömt mir ein Geruch entgegen, dem ich mich nicht entziehen kann. Durchdringend. Schwer. Jedes Mal möchte ich mir mein Hemd vor das Gesicht ziehen. Und irgendwie weiß ich sofort: Das muss es sein. Der vielbesprochene Stinky Tofu. Ich rieche ihn also schon lange, bevor ich den Stand sehe, und ehrlich gesagt möchte ich eigentlich schon wieder weitergehen.

Doch das gehört einfach dazu. Wenn man in Taiwan ist, muss man es einfach probieren. Also stelle ich mich in die Schlange. Vor mir verschwinden Blöcke fermentierten Tofus in heißem Öl. Es zischt und spritzt, und der Geruch wird nicht subtiler, im Gegenteil.

Kurz darauf bekomme ich eine Schale mit frittiertem Tofu, serviert mit eingelegtem Kohl und etwas Soße. Ich nehme einen ersten Bissen, eher widerwillig. Und ehrlich gesagt, sobald man isst, ist es gar nicht so schlimm. Die Außenseite ist etwas knuspriger, die Innenseite weich, und ich schmecke doch vor allem den Kohl. Dennoch bleibt der Geruch in meinem Kopf hängen, und nach einem Stück finde ich, dass es für den Moment reicht.

Wer etwas Gewagtes probieren möchte, sollte dieses Gericht auf jeden Fall auf seine Probierliste setzen. Vielleicht überzeugt es Sie mehr als mich.

Besondere Kombinationen aus süß und salzig

Zum Abschluss lande ich an einem Stand, an dem etwas gerollt wird, das ich nicht sofort zuordnen kann. Schließlich stelle ich fest, dass es sich um einen dünnen Pfannkuchen handelt. Gefüllt mit Ananaseis, Zucker, fein gemahlenen Erdnüssen und frischem Koriander. Es sieht eigentlich einfach wie eine süße Frühlingsrolle aus. Ich nehme einen Bissen. Vom Ananaseis schmecke ich nicht besonders viel, aber die Knusprigkeit der Erdnüsse, die Kühle des Eises, die Weichheit und Süße des Pfannkuchens und ein kleiner Hauch von Koriander sind eigentlich ganz lecker. Mein Urteil? Ich finde es nicht eklig, aber auch nicht fantastisch. Aber lecker in dem Sinne, dass es typisch so ein Snack ist, den man nur hier findet.

Ein Stück weiter ergattere ich Süßkartoffelbällchen, die man an fast jedem Stand wiederfindet. Sie kommen frisch aus dem Frittierfett und verschwinden in einer Papiertüte mit ein paar Holzstäbchen, auf die man sie aufspießen kann. Der erste Bissen ist leicht und luftig und fast salzig, danach folgt ein unglaublich süßer Geschmack. Die Kugel ist außen knusprig und innen luftig. Das ist so ein Snack, bei dem man eine Tüte neben sich stehen hat und, ohne es zu merken, sind sie innerhalb weniger Minuten alle schon weg.

Und dann mein unerwarteter Favorit: weiße Guave mit einem dunklen Pulver, das stark an Lakritz oder Salmiak erinnert. Es ist ein kleiner Kampf mit den Holzstäbchen und dem Eintauchen in das Pulver. Aber die Guave ist so frisch, dass sie fast so schmeckt, als wäre sie noch unreif, mit einer salzigen Note. Es ist wieder süß und salzig zugleich. Sehr lecker!

Greifmaschinen mit Haushaltsmitteln?

Die lange Straße (Roahe Street) liegt zwischen zwei Toren und dort ist immer etwas los. In der Mitte reihen sich die Imbissstände aneinander, während an den Rändern Geschäfte, Spielhallen und Reihen von Greifautomaten für eine fast schon Jahrmarktsähnliche Atmosphäre sorgen.

Und dann plötzlich: Greifautomaten voller… Haushaltsartikel. Waschmittel, Spülmittel-Tabs für die Spülmaschine, sogar Reinigungsmittel. Ein bisschen seltsam, ein bisschen lustig. Es geht darum, nützliche Produkte mit einer unterhaltsamen Art des Einkaufens zu verbinden. So kann man sich einen Snack holen, ein bisschen spielen und dabei trotzdem seinen Vorrat auffüllen.

Dieser Blog wurde von unserer Taiwan-Reiseexpertin Vera verfasst

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