Neom ist ein futuristisches Mega-Projekt im Nordwesten Saudi-Arabiens und wird als Aushängeschild von Vision 2030 präsentiert – dem ehrgeizigen Plan von Kronprinz Mohammed bin Salman, die Wirtschaft zu diversifizieren und das Königreich in ein Zentrum für Innovation und Nachhaltigkeit zu verwandeln.
Neom ist eine geplante Stadt mit einem Investitionsvolumen von 500 Milliarden US-Dollar, die sich über 10.000 Quadratkilometer in der Wüste erstreckt, entlang des Roten Meeres und des Golfs von Aqaba. Das Projekt umfasst mehrere Zonen:
Eine lineare Stadt von 170 Kilometern Länge, 200 Metern Breite und 500 Metern Höhe, konzipiert für 9 Millionen Einwohner. Sie soll autolos sein und vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben werden.
Die weltweit größte schwimmende Industriestadt, ausgerichtet auf Kreislaufwirtschaft und fortschrittliche Technologien.
Ein Bergresort mit Skigebieten, Seen und Wellness-Angeboten, ausgelegt für Ökotourismus.
Ein luxuriöses Inselresort mit Jachthafen, Golfplatz und High-End-Einkaufsmöglichkeiten.
Neom ist als Stadt ohne herkömmliche Straßen oder Autos konzipiert, mit einem Schwerpunkt auf nachhaltiger Mobilität, etwa durch elektrische Flugtaxis (eVTOLs) in Zusammenarbeit mit Volocopter. Das Projekt verfolgt das Ziel, vollständig erneuerbare Energie zu nutzen und 95 % des Landes der Natur zu erhalten.
Darüber hinaus entsteht die weltweit größte grüne Wasserstoffanlage, die voraussichtlich 2026 in Betrieb genommen wird und einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung von Neom leisten soll.
Trotz der ambitionierten Pläne steht Neom unter erheblichem Druck. Der Bau von The Line verzögert sich, aktuell sind bis 2030 nur 2,4 Kilometer geplant. Die geplante Kapazität wurde von 1,5 Millionen auf 300.000 Einwohner reduziert. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Umweltfolgen, wie Veränderungen des lokalen Klimas und die ökologischen Auswirkungen großflächiger Infrastrukturprojekte.
Darüber hinaus sieht sich das Projekt finanziellen Einschränkungen ausgesetzt, bedingt durch sinkende Ölpreise und rückläufige ausländische Investitionen. Es gibt Berichte über Zwangsenteignungen der einheimischen Huwaitat-Stämme sowie Sorgen um Menschenrechte.
The Line ist das Flaggschiff von Neom und wohl eines der ambitioniertesten Städtebauprojekte der Welt. Sie ist als lineare Stadt von 170 Kilometern Länge, nur 200 Metern Breite und 500 Metern Höhe konzipiert, mit Platz für bis zu 9 Millionen Einwohner. Die gesamte Stadt ist darauf ausgelegt, ohne Autos, Straßen oder Umweltverschmutzung zu funktionieren – ein radikales Gegenmodell zu den chaotischen, verschmutzenden Megastädten von heute.
Zero-Carbon-Mobilität:
Es wird keine herkömmlichen Autos oder Straßen geben. Stattdessen verbindet ein ultraschnelles unterirdisches Transportsystem – mit Zügen, die Geschwindigkeiten von bis zu 512 km/h erreichen – die Bewohner in nur 20 Minuten von einem Ende der Stadt zum anderen.
Geringer Energieverbrauch und erneuerbare Quellen:
The Line wird vollständig mit Solar- und Windenergie betrieben. Die Stadt ist so gestaltet, dass Energie- und Wasserverbrauch durch fortschrittliche Technologien stark reduziert werden.
Vertikales Leben:
Die Stadt wird in Schichten aufgebaut, wobei Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit vertikal übereinander liegen. Dies soll eine „5-Minuten-Stadt“ schaffen – alle Grundbedürfnisse sind fußläufig erreichbar.
Spiegelnde Fassade:
Die gesamte Struktur erhält eine reflektierende Außenhülle, die das Gebäude in die Wüstenlandschaft integrieren und gleichzeitig eine futuristische Ästhetik vermitteln soll.
The Line wird von einem internationalen Team führender Architekturbüros unter der Leitung von Morphosis Architects entworfen. Ziel ist es, Städte um den Menschen herum zu gestalten – nicht um Autos. Die Planer wollen, dass die Stadt nicht nur nachhaltig ist, sondern auch das mentale und physische Wohlbefinden der Bewohner fördert.
Es gibt jedoch erhebliche Kritik: Einige Experten halten die Dimensionen für unrealistisch, weisen auf logistische Schwierigkeiten hin und warnen vor sozialen und ökologischen Risiken. 2024 wurde bekannt, dass das ursprüngliche Ziel von 9 Millionen Einwohnern bis 2030 auf nur 300.000 reduziert wurde und wahrscheinlich bis dahin nur 2,4 Kilometer der geplanten 170 Kilometer fertiggestellt sein werden.
The Line ist weit mehr als ein Bauprojekt – es ist eine Vision eines völlig neuen Lebensstils, bei dem Technologie, Nachhaltigkeit und menschliche Gesundheit im Mittelpunkt stehen. Ob diese Vision Wirklichkeit wird, hängt von politischem Willen, finanzieller Stärke und der Fähigkeit ab, enorme technische und soziale Herausforderungen zu meistern.
Neom bleibt ein ehrgeiziges Experiment in den Bereichen Stadtplanung, Technologie und Nachhaltigkeit. Obwohl die Umsetzung mit großen Herausforderungen verbunden ist, bietet das Projekt einen Ausblick auf mögliche Zukunftsszenarien für Städte weltweit. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Neom seine Versprechen erfüllen kann oder ob es eine kühne Vision bleibt.
Im Rahmen von Vision 2030 entwickelt Saudi-Arabien noch zahlreiche weitere Mega-Projekte. Hier ist ein Überblick über einige dieser Projekte:
Qiddiya, direkt außerhalb von Riad gelegen, wird zu einer Mega-Destination für Freizeit, Sport und Kultur entwickelt.
Freizeitparks: Unter anderem ein Six-Flags-Park, ein Formel-1-Rennkurs und Wasserparks.
Kulturelle Einrichtungen: Theater, Museen und Veranstaltungsorte.
Zielgruppe: Sowohl inländische Besucher als auch internationale Touristen.
Das Ziel ist es, die Ausgaben der Saudis für internationale Unterhaltung, die derzeit häufig ins Ausland gehen, innerhalb des Landes zu halten.
Dieses Projekt konzentriert sich auf die Entwicklung von Luxusresorts auf mehr als 90 Inseln im Roten Meer, mit einem starken Fokus auf Nachhaltigkeit:
Inselentwicklung: Nur 22 der Inseln werden erschlossen; der Rest bleibt Naturgebiet.
Nachhaltigkeit: Vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben und nach dem Zero-Waste-Prinzip konzipiert.
Status: Die erste Phase, einschließlich Flughafenanbindung, ist bereits teilweise eröffnet.
Das Gebiet soll zu einem ökotouristischen Highlight werden, vergleichbar mit den Malediven, jedoch mit einer klaren arabischen Identität.
In der Nähe des Red Sea Projects entsteht AMAALA, ein Mega-Projekt mit Fokus auf:
Ultraluxus-Wellness: Spa-Angebote, Gesundheitsreisen und moderne Gesundheitstechnologien.
Kunst und Kultur: Galerien, Residenzen für Künstler und kulturelle Veranstaltungen.
Nachhaltige Entwicklung: Dazu gehören auch Korallenrestaurationsprogramme.
AMAALA zielt darauf ab, ein neues Segment innerhalb der Luxustourismusbranche zu schaffen.
In Riad entsteht ein Park von mehr als 16 Quadratkilometern, der zum größten Stadtpark der Welt werden soll.
Angebote: Gärten, Wälder, Sportplätze, Open-Air-Theater und ein Museum.
Infrastruktur: Geplant sind außerdem Wohnanlagen, Hotels und Kunstinstallationen.
Ziel: Der Park soll als grüne Lunge der Stadt dienen, mit besonderem Augenmerk auf Biodiversität.
Diriyah, die Geburtsstätte des saudischen Staates, wird zu einer kulturellen Hauptstadt neu entwickelt:
Restaurierung: Das UNESCO-Weltkulturerbe At-Turaif wird aufwendig restauriert.
Infrastruktur: Luxuriöse Geschäfte, Hotels und Restaurants in traditioneller Najdi-Architektur.
Ziel: Die Geschichte Saudi-Arabiens in einem modernen Kontext präsentieren.
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