Reisetipps abseits der Massen

Erhalten Sie jeden Monat unseren kostenlosen Inspirationsführer

Tainan, die kulinarische Hauptstadt Taiwans

Als Feinschmecker freute ich mich auf meiner Reise durch Taiwan vielleicht am meisten auf Tainan. Obwohl Taipeh die heutige Hauptstadt Taiwans ist, kann Tainan zu Recht als die kulinarische Hauptstadt der Insel bezeichnet werden. Angesichts seiner langen Geschichte überrascht es nicht, dass Tainan für seine kulinarischen Köstlichkeiten bekannt ist. Tatsächlich bezeichnen viele Menschen die Stadt als die „Food Capital“ Taiwans, und nach meinem Besuch verstehe ich vollkommen, warum.

Da die Stadt jahrhundertelang ein wichtiges Handelszentrum war, entstand hier eine Küche, in der Einflüsse aus China, Japan und Südostasien zu einer einzigartigen Fusionsküche verschmelzen, die man sonst nirgendwo auf Taiwan findet. Hier schmeckt man die Grundlagen der taiwanesischen Küche: reine Aromen, aufwendige Zubereitung und Liebe zum Detail. Viele kleine Restaurants haben sogar nur ein oder zwei Gerichte auf der Speisekarte, die nach jahrhundertealten Rezepten bis zur Perfektion zubereitet werden.

Was mir auffiel, ist, dass es auffallend viele kleine Restaurants gibt, die im Michelin-Führer aufgeführt sind. Keine weißen Tischdecken oder umfangreichen Speisekarten, sondern Plastikhocker und offene, manchmal etwas chaotische Küchen, in denen das Essen dennoch von außergewöhnlicher Qualität ist, und das zu einem überraschend günstigen Preis. Als ich Einheimische fragte, wo ich unbedingt essen müsse, bekam ich jedes Mal andere Tipps. Es gibt einfach so viele tolle Orte zum Essen in Tainan, dass ein Tag oder sogar eine Woche kaum ausreicht, um alles zu probieren!

Kulinarischer Spaziergang durch Tainan

An meinem ersten Tag in Tainan hatte ich mir einen kulinarischen Spaziergang durch verschiedene kleine Restaurants zusammengestellt, die im Michelin-Führer aufgeführt sind. Das Schöne daran ist, dass viele dieser Lokale so nah beieinander liegen, dass man sie problemlos zu einer Route verbinden kann.

Während ich von einem Restaurant zum nächsten lief, kam ich an jahrhundertealten Tempeln, engen Gassen und historischen Gebäuden wie dem Chihkan Tower und dem Konfuzius-Tempel vorbei. Unterwegs hielt ich regelmäßig bei gemütlichen Lokalen an, in denen vor allem Einheimische aßen. Das erwies sich jedes Mal als guter Gradmesser. Oft stand schon eine Schlange vor der Tür, und ich war sofort begeistert, es auszuprobieren.

Ein Tipp, den ich jedem mitgeben würde, ist also, das Essen mit einem Spaziergang durch die historischen Viertel zu verbinden.

Unverzichtbare Highlights auf dem Spaziergang

 

Auf meinem Spaziergang entlang der Michelin-Hotspots in Tainan bin ich auf verschiedene Restaurants gestoßen, doch einige davon sind für mich zu echten Favoriten geworden. Das sind die absoluten Highlights meines Spaziergangs, die Orte, die mir in Bezug auf Geschmack, Atmosphäre und Erlebnis am meisten in Erinnerung geblieben sind:

 

A Ming Zhu Xing

Bei A Ming Zhu Xing kam ich weit vor der Öffnungszeit an, gegen 16:30 Uhr, und zu meiner Überraschung hatte sich bereits eine Schlange gebildet. Um 17:00 Uhr öffneten sich die Türen und ich stellte mich für die berühmte Suppe mit Innereien an.

Chefkoch A Ming bereitet seine Gerichte noch immer nach dem fast siebzig Jahre alten Rezept seines Vaters zu. Alles wird langsam im Wasserbad gegart, was für eine perfekte Garung sorgt. Ich muss ehrlich zugeben, dass Innereien normalerweise nicht das Erste sind, was ich bestelle, aber hier habe ich mich doch entschlossen, es zu probieren, und das habe ich keinen Moment bereut.

Die Textur war unglaublich zart und der Geschmack tief und vollmundig. Am beeindruckendsten fand ich jedoch die Brühe: Ich hatte noch nie zuvor eine so kräftige, würzige und perfekt ausgewogene Brühe probiert. Neben der Schweineherzsuppe probierte ich auch die geschmorten Entenkeulen, die stundenlang in einer aromatischen Kräuterbrühe zubereitet worden waren.

Die Atmosphäre war herrlich heimelig, man setzte sich ohne Probleme zu Fremden an den Tisch, während Einheimische vor allem auf einen schnellen Happen vorbeikamen. Drinnen war es wegen all der Töpfe und Pfannen, die leise vor sich hin köchelten, enorm heiß, und der Mann hinter dem Herd lief ständig hin und her, um eine Kelle Brühe in die Schüssel nachzufüllen.

Lo Cheng Migao

Ein weiteres Lokal, an das ich mich gerne zurückerinnere, ist Lo Cheng Migao, mitten im Zentrum von Tainan. Es ist ein kleines, schlichtes Restaurant, aber dennoch ist es immer voll.

Das Restaurant begann einst mit dem Verkauf von frittiertem Aal und Tintenfisch, doch seit 1985 wurde Migao, klebriger Reis mit geschmortem Schweinefleisch, Gurke, Fischflocken und Erdnüssen, durch Zufall zu ihrer Spezialität. Seitdem hat sich das Restaurant vollständig auf Migao umgestellt und bereitet es nach wie vor nach dem traditionellen Rezept zu, das sich seit 1985 nie geändert hat. Und das zu Recht.

Die Soße über dem Reis hatte einen leicht pfeffrigen Duft und harmonierte perfekt mit den vollmundigen Aromen des Fleisches und des Reises. Zusammen mit einer Schüssel Sishen-Kräutersuppe war dies für mich das ultimative Comfort Food.

 

 

Streetfood unter Einheimischen

An meinen Abenden in Tainan stellte ich fest, dass echtes Streetfood nicht bei den kleinen Restaurants aufhört. Eines Abends beschloss ich, einfach mal auf gut Glück die lokalen Nachtmärkte zu besuchen, wo vor allem taiwanesische Familien und Freundesgruppen herumliefen, Spiele spielten und kleine Häppchen miteinander teilten.

Ich schlenderte zwischen den Ständen hindurch, probierte hier und da einen Happen und kam sogar mit ein paar Verkäufern ins Gespräch, obwohl die Sprachbarriere groß war und sie damit beschäftigt waren, die langen Schlangen abzuarbeiten.

Was diese Nachtmärkte so schön machte, war, dass man dort noch wirklich unter Einheimischen unterwegs war. Im Gegensatz zum bekannteren Garden Night Market, der donnerstags, samstags und sonntags mit Dutzenden von Essensständen brummt, wirkten der Wusheng Night Market und der Dadong Night Market viel ruhiger und authentischer.

Hier probierte ich klassische taiwanesische Snacks wie Austernomelett und Stinky Tofu. Dieser Stinky Tofu ist wirklich etwas Besonderes: Man riecht ihn schon von weitem, bevor man den Stand sieht, und der Geruch ist ziemlich intensiv, aber trotzdem ist er überraschend lecker. Auch die süßen Varianten der taiwanesischen Pfannkuchen und die kalten Wintermelonengetränke sind meiner Meinung nach ein Muss. Es ist toll zu sehen, wie unterschiedlich die Atmosphäre und das Angebot von Markt zu Markt sein können.

Geschrieben von Reisespezialistin Vera

Unsere beliebtesten Taiwan Rundreisen

Taiwan Selfdrive Reise

Taipei - Jiufen - Taipingshan - Kenting - Rinari - Meinong - Tainan - Alishan - Sun Moon Lake
  • 16 Tage
  • ab 2375 € pro Person

Taiwan Höhepunkte Reise mit privatem Fahrer

Taipei - Taipingshan - Lishan - Sun Moon Lake - Alishan - Tainan - Kenting - Zhiben - Chenggong - Yilan
  • 13 Tage
  • ab 4895 € pro Person

Taiwan mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Taipei - Jiufen - Sun Moon Lake - Tainan - Kaohsiung - Kenting mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • 13 Tage
  • ab 1650 € pro Person

Alle Reiseziele

Erhalten Sie unseren Newsletter

Ihre E-Mail-Adresse:

Cookies und Datenschutz

Die Website von Dimsum Reisen verwendet Cookies. Diese Cookies unterscheiden wir in die Kategorien funktionale, analytische, Werbe- und Social-Media-Cookies.


Cookie-Richtlinie Dimsum Reisen
Datenschutzrichtlinie

Soziale Medien

Facebook Flickr Twitter Instagram Youtube