Dieser Blog wurde von unserem Tibet-Reiseexperten Wim geschrieben.
Tibet ist ohnehin seit Jahrhunderten eine Art „Heiliger Gral“ für Reisende, aber in den letzten Jahren ist eine Reise nach Tibet noch attraktiver geworden. Die chinesische Regierung hat das Eisenbahnnetz mit einer absoluten Meisterleistung ausgebaut: Eine Bahnstrecke über die tibetischen Hochebenen nach Lhasa, auf der man teilweise Pässe von 5000 Metern Höhe überquert. Der Zug verkehrt von Xining nach und von Lhasa, aber es gibt auch Anschlussverbindungen nach Peking, Xi'an, Chengdu und sogar Shanghai.
Inzwischen gibt es auch eine Zugverbindung zwischen Lhasa und Shigatse sowie zwischen Lhasa und Nyingchi. Zudem wird derzeit unter Hochdruck an einer neuen Verbindung gearbeitet, die quer durch Ost-Tibet zwischen Chengdu und Lhasa verlaufen wird.
Sehen Sie sich hier die Fotos dieser Reise an
Xining ist der offizielle Startpunkt der eigentlichen Tibet-Bahn (obwohl Sie auch direkt von Städten wie Peking oder Chengdu aus abfahren können). Von Xining aus beträgt die Reisezeit nach Lhasa etwa 21 Stunden. Während der Zug in die Höhe klettert, verändert sich die Aussicht und bietet überall atemberaubende Panoramen. Einige Highlights auf dem Weg sind:
Der Qinghai-See: Ein gigantischer, tiefblauer Salzsee, der in der Sonne glitzert.
Das Kekexili-Naturschutzgebiet: Eine einsame, unberührte Hochebene, auf der man mit etwas Glück tibetische Antilopen entlang der Gleise laufen sieht.
Der Tanggula-Pass: Der absolute Höhepunkt der Reise. Mit 5.072 Metern erreichen Sie hier den höchsten Punkt der Bahnstrecke.
Obwohl man durch raue Gegenden reist, ist das Leben an Bord des Zuges überraschend komfortabel. Wie in den meisten chinesischen Zügen hat man die Wahl zwischen einem „Soft Sleeper“ – sozusagen der ersten Klasse mit vier Betten pro Abteil – oder einem „Hard Sleeper“ mit sechs Betten pro Abteil.
In jedem Waggon gibt es Toiletten und Waschbecken sowie einen Warmwasserboiler, sodass Sie sich jederzeit beispielsweise Tee, Kaffee oder Nudelsuppe zubereiten können.
Es gibt aber auch einen Speisewagen, in dem Sie sich Essen holen können.
Da man in großer Höhe reist, wurde auch an Sauerstoff gedacht. Ab Golmud (also wenn man wirklich in großer Höhe ist) wird zusätzlicher Sauerstoff in den Zug geleitet. Außerdem gibt es überall Anschlüsse, um selbst zusätzlichen Sauerstoff einzuatmen.
Da dieser Zug sehr beliebt ist, empfiehlt es sich, weit im Voraus zu buchen. Allerdings werden die Tickets erst einen Monat vor Abfahrt freigeschaltet – über Dimsum Reisen stehen Sie dann jedoch direkt ganz vorne in der Warteschlange.
Ab Xining selbst sind Fahrkarten am einfachsten zu bekommen, während Tickets ab Peking deutlich schwieriger zu ergattern sind.
Bitte beachten Sie, dass Sie auch ein Permit (Einreiseerlaubnis) für Tibet benötigen. Auch darum kümmert sich Dimsum Reisen für Sie.
Der Zug fährt von verschiedenen Städten in China ab, aber alle Strecken laufen in Xining zusammen. Von dort aus sieht der Fahrplan (unter Vorbehalt) wie folgt aus:
Xining Abfahrt 15:15 Uhr – 2.275 Meter
Delingha 19:40 Uhr – 2.980 Meter. Sie fahren am beeindruckenden Qinghai-See vorbei.
Golmud 20:22 Uhr – 2.829 Meter Das Tor zum Hochgebirge. Ab hier startet die Sauerstoffversorgung im Zug.
Amdo 07:05 Uhr – 4.702 Meter. Den Tanggula-Pass (5.072 m) haben Sie bereits im Schlaf überquert (gegen 03:00 - 04:00 Uhr morgens)!
Nagqu 08:35 Uhr – 4.513 Meter. Wunderschöner Ausblick auf die weiten tibetischen Graslandschaften im Morgenlicht.
Damxung 10:33 Uhr – 4.288 Meter. Sie passieren den heiligen Namtso-See (in der Ferne auf der rechten Seite).
Lhasa 12:30 Uhr – Endstation 3.650 Meter. Ankunft im spirituellen Herzen Tibets.
Obwohl es wegen der Höhenakklimatisierung ratsam ist, von Xining nach Lhasa zu reisen, können Sie die Strecke natürlich auch in umgekehrter Richtung zurücklegen.
Ein großer Vorteil der Rückreise (neben der Tatsache, dass Sie sich inzwischen gut an die Höhe gewöhnt haben) ist, dass Sie in den frühen Zügen die spektakuläre Landschaft des Tanggula-Passes und der Changtang-Hochebene tagsüber bei Tageslicht sehen. Auf der Hinreise passieren Sie diesen Abschnitt meist mitten in der Nacht.
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