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Tempelaufenthalt in Minobu, Japan

Geschrieben von Julia Kreikamp, Reisespezialistin für Japan, Südkorea und Sri Lanka, 09.06.2026

Auf meinen Reisen durch Japan ist es mir immer besonders wichtig, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und wirklich tief in die japanische Kultur einzutauchen. Während meiner Reise im Dezember 2025 habe ich im Tempel-Gästehaus Kakurinbo in Minobu übernachtet – eine ganz besondere Erfahrung, die mir für immer in Erinnerung bleiben wird! 

Was sind die besten Unterkünfte nahe dem Minobu-Tempel in Japan und wie läuft ein Tempelaufenthalt in Minobu ab?

Etwa drei Zugstunden von Tokio entfernt liegt das ruhige Bergdorf Minobu. Ein Ort, der für seine spirituelle Atmosphäre und jahrhundertealten Tempel bekannt ist. In Minobu habe ich im Tempel-Gästehaus Kakurinbo übernachtet, einer historischen Tempelunterkunft (Shukubo), die bereits seit über 550 Jahren Pilger empfängt. Die Unterkunft liegt am Fuße des Mount Minobu, direkt neben dem beeindruckenden Tempelkomplex Kuon-ji.

Der Kuon-ji-Tempel wurde im Jahr 1281 von dem buddhistischen Mönch Nichiren gegründet, einer der wichtigsten Persönlichkeiten des japanischen Buddhismus. Bis heute wird der Tempel aktiv von den Mönchen der Nichiren-Schule genutzt, die hier leben, studieren und tägliche Zeremonien abhalten.

Nach unserer Ankunft im Kakurinbo wurden wir von einer Mitarbeiterin zum Tempelkomplex begleitet. Nachdem uns eine Nonne durch die Anlage geführt und uns die verschiedenen Räume gezeigt hatte, nahm sie uns mit der Seilbahn mit den Berg hinauf. Ich wusste zwar, dass wir die Chance hatten, den Mount Fuji zu sehen, aber dass er sich uns so schnell, so klar und so riesig präsentieren würde, war eine unglaubliche Überraschung. Es war ein absolut magischer Anblick! Der Gipfel war schneebedeckt und dank des strahlend blauen Himmels hatten wir wirklich perfekte Wetterbedingungen – und dabei waren wir noch nicht einmal ganz oben auf dem Berg angekommen.

Vom Aussichtspunkt auf dem Berggipfel blickt man über das Tal von Minobu, die umliegenden Berge und an klaren Tagen natürlich auf den majestätischen Mount Fuji. Rund um die Bergstation der Seilbahn (Ropeway) gibt es verschiedene Wanderwege, kleine Tempel und friedliche Orte, an denen man nichts als die Geräusche der Natur hört.

Was isst man während eines Tempelaufenthalts in Japan?

Nach dem Tempelbesuch kehrten wir in unsere Unterkunft zurück. Hier konnten wir uns kurz auf unserem Zimmer frisch machen; das Gästehaus ist wirklich wunderschön und strahlt eine tiefe Ruhe aus. Unsere Yukatas lagen schon bereit, und so machten wir uns auf den Weg zum Abendessen im Speiseraum. Abends wird ein vegetarisches Shojin-Ryori-Dinner serviert – eine sorgfältig zubereitete Mahlzeit auf Basis von Saisongemüse, Tofu und lokalen Spezialitäten. Wie eigentlich immer in Japan kommt man sowohl beim Frühstück als auch beim Abendessen voll auf seine Kosten. Der Tisch füllte sich nach und nach mit immer neuen Köstlichkeiten, und ein Gericht war leckerer als das andere.

Bei einem Glas Pflaumenwein (Umeshu) unterhielten wir uns mit den Mitarbeitern, die unglaublich herzlich und auch ein bisschen neugierig auf uns waren. Wir erzählten ihnen von unserem Leben und sie uns von ihrem. Es ist einfach so schön, echte Kontakte zu den Einheimischen zu knüpfen!

Wann ist die beste Reisezeit für einen Besuch in Minobu?

Am nächsten Morgen hieß es für uns früh aufstehen. Unser Wecker klingelte zeitig, denn pünktlich um 05:00 Uhr morgens wird auf dem Tempelgelände von einem der Schüler die Tempelglocke geläutet. Dies geschieht nach einem jahrhundertealten Ritual, bei dem sich der Mönch mit seinem gesamten Körpergewicht in das Seil hängt, um die enorme Glocke zum Erklingen zu bringen.

Gegen viertel vor fünf machten wir uns also auf den kurzen Weg zum Komplex. Ein ganz besonderer Moment, da es auf den Straßen noch absolut still ist. Nach dem Glockenläuten beginnt gegen 05:30 Uhr das Morgengebet. Kurz davor laufen die Mönche gemeinsam und unter lautem Chanten in Richtung Tempel. Wir folgten ihnen in einer Reihe zum Gebäude. Am Ende des Weges nahmen wir schließlich am Morgengebet in der Tempelhalle teil. Wir haben Minobu Ende November besucht, was meiner Meinung nach eine perfekte Zeit für einen Besuch ist. Es ist noch nicht extrem kalt, aber es sind kaum Touristen vor Ort. Zusammen mit nur sieben anderen Personen, darunter zwei Mönche aus Südkorea, wohnten wir dem Gebet bei. Eine Erfahrung, die ich so schnell nicht vergessen werde!

Im Anschluss liefen wir zurück zu unserer Unterkunft, wo das Frühstück bereits für uns bereitstand und wir diese besondere Erfahrung in aller Ruhe Revue passieren lassen konnten.

Lohnt sich eine Tempelübernachtung in Japan?

Auf jeden Fall! Ein Aufenthalt in einem Tempel bringt Ihre Japanreise meiner Meinung nach wirklich auf ein ganz neues Level. Es ist so besonders – und wenn Sie mich fragen, auch unglaublich wichtig –, um richtig tief in die japanische Kultur einzutauchen.

Ein Tempelaufenthalt bringt eine wunderbare Ruhe in Ihre Reise durch Japan, gerade als Ausgleich zwischen all den geschäftigen Städten. Die Menschen im Tempel-Gästehaus sind unglaublich herzlich und hilfsbereit; man fühlt sich hier wirklich willkommen und wie zu Hause, wenn man im japanischen Yukata durch die Holzgänge des alten Tempels spaziert. Für mich war dies ohne Zweifel eine der außergewöhnlichsten Erfahrungen während meiner gesamten Japanreise.

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