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Seoul abseits der bekannten Wege

Verborgene Viertel, lokale Nachbarschaften und ruhige Stadtränder
Seoul kann schnell überwältigend wirken. Breite Einkaufsstraßen, hohe Gebäude und volle Metrolinien prägen den ersten Eindruck. Doch zwischen all diesem Trubel verbirgt sich eine andere Stadt: kleine Viertel mit Werkstätten, alten Gassen, ruhigen Cafés und Spazierwegen am Stadtrand.

Für einen guten Aufenthalt sind fünf Nächte ein angenehmer Ausgangspunkt. Das mag viel erscheinen, doch die Stadt ist groß und es gibt viel zu unternehmen. Sechs Tage bieten ausreichend Raum, um bekannte Sehenswürdigkeiten mit Vierteln zu kombinieren, in die sich weniger Reisende verirren, und einen Tag außerhalb des Zentrums zu verbringen. Haben Sie nicht so viel Zeit? Kein Stress! Auch mit zwei oder drei Tagen bekommen Sie einen guten ersten Eindruck von Seoul – allerdings müssen Sie Ihre Zeit dann möglicherweise etwas genauer planen.

Geschrieben von Reiseexpertin Sarah  (Südkorea)
Datum: 12.05.2026

Wie möchten Sie eine Stadt wie Seoul eigentlich erleben?

Wer vor allem die Höhepunkte abhaken möchte, landet bei Palästen, Einkaufsstraßen und Aussichtsterrassen. Doch wer die Atmosphäre der Stadt spüren möchte, stellt fest, dass der eigentliche Charme oft in den Zwischenräumen liegt: in einer Straße ohne klares Ziel, in einem Viertel, das auf den ersten Blick nichts „Besonderes“ zu bieten scheint, in dem aber gerade deshalb viel passiert. 

Tipp! Unser niederländischer Guide in Seoul hat besondere Stadt- und Themenrundgänge in Seoul entwickelt. Er lebt inzwischen seit über fünf Jahren in Seoul und zeigt Ihnen gerne „seine“ Stadt. Bei diesen Rundgängen lernen Sie eine ganz andere Seite der Stadt kennen. Die Touren sind thematisch gestaltet und machen das alltägliche Seoul lebendig. Keine gewöhnlichen touristischen Höhepunkte, sondern überraschende Spaziergänge durch versteckte Gassen, über lokale Märkte und zu kulinarischen Adressen, die man nur kennt, wenn man wirklich dort lebt. Während dieser Touren erfahren Sie, wie Koreas Vergangenheit und Gegenwart zusammenfinden, und erhalten einen einzigartigen Einblick in den Alltag der Einwohner Seouls.

Euljiro: alte Werkstätten und versteckte Cafés

Euljiro liegt in der Nähe des Zentrums, rund um Myeongdong, wirkt aber noch rau und unverfälscht. Tagsüber ist das Viertel ein Gewirr aus engen Straßen mit Metallwerkstätten, Druckereien und kleinen Betrieben, die teilweise seit Jahrzehnten bestehen. Am Abend verändert sich das Viertel. Hinter unscheinbaren Eingängen verbergen sich kleine Bars und Cafés, oft in oberen Stockwerken oder alten Gebäuden ohne deutlich erkennbare Schilder. Die Atmosphäre ist industriell und schlicht, zugleich stimmungsvoll – und es sind vor allem Einheimische unterwegs. Es ist kein Viertel, das sich sofort offenbart, doch gerade deshalb bleibt es in Erinnerung. Kehren Sie zum ausgiebigen koreanischen Grillen ein oder entdecken Sie eine versteckte Cocktailbar – Euljiro eignet sich hervorragend für einen Abend in Seoul.  

Seongsu-dong: von Industrie zu Kreativität

Seongsu-dong war früher ein Industriegebiet mit Schuhfabriken und Werkstätten. Heute ist es eines der interessanteren kreativen Viertel Seouls und einer der angesagtesten Orte der Stadt.

Alte Fabrikgebäude wurden in Kaffeebars, Designläden und kleine Restaurants umgewandelt. Der industrielle Charakter ist noch deutlich sichtbar. Zwischen den Cafés liegen Galerien und Pop-up-Stores; jede Woche kommt ein neuer Pop-up- oder Flagship-Store hinzu. Trotzdem wirkt das Viertel im Vergleich zu den großen Einkaufsgegenden der Stadt weiterhin relativ ruhig.


Spaziergang entlang der Stadtmauer

Eine andere Möglichkeit, Seoul zu erleben, bietet die Stadtmauer, die teilweise noch rund um das alte Zentrum verläuft. Die ursprüngliche Mauer war etwa 18 Kilometer lang und verlief rund um die alte Stadt Hanyang, das heutige Zentrum Seouls. Nicht alles ist erhalten geblieben, doch mehrere Abschnitte wurden restauriert und sind noch begehbar, etwa am Naksan Park und am Inwangsan. Eine Route in Richtung Naksan Park und Hanyangdoseong bietet eine schöne Möglichkeit, die Stadt von oben zu betrachten.  

Suwon: ein Tag außerhalb Seouls

Etwa eine Stunde entfernt liegt Suwon, eine Stadt, die häufig ausgelassen wird. Dabei ist sie eine sinnvolle Ergänzung zu einem Aufenthalt in Seoul. Mit der U-Bahn gelangen Sie in einer Stunde dorthin. Die Festung Hwaseong bildet das historische Herz der Stadt. Innerhalb der Stadtmauern liegen ruhige Straßen, lokale Restaurants und Cafés, die vor allem von Koreanern besucht werden. Abends lässt es sich angenehm an der beleuchteten Festung entlangspazieren, ohne den Trubel der Hauptstadt. Bedenken Sie jedoch, dass es an den Wochenenden voll werden kann.  

Seoul-Aufenthalt

Seoul besteht aus verschiedenen Welten, die direkt nebeneinanderliegen. Jedes Viertel hat seinen eigenen Charakter und sein eigenes Tempo. Die Frage ist also nicht unbedingt, was Sie alles sehen müssen, sondern wonach Ihnen der Sinn steht: Trubel oder lieber Ruhe, alte Straßen oder moderne Kreativität, Aussichtspunkte oder einfach ein Spaziergang ohne festes Ziel.

Auf jeden Fall gibt es genug zu unternehmen, um ein ganzes Programm zu füllen. Doch oft lässt sich die Stadt besser erleben, wenn auch Raum für spontane Abweichungen bleibt. Seoul erkundet man am besten mit einer Kombination aus gezielten Entdeckungen und spontanen Abstechern an Orte, die interessant wirken. Hier findet jeder Reisetyp etwas Passendes!

Reisen Sie mit nach Seoul? 


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